Einrichtungs- und Bereichsleitung

Wechsel in der Leitung der Jugendhilfe

Seit Sommer 2019 leiten Tanja Müllerschön und Dorothea Winarske kommissarisch die Jugendhilfe Korntal. Wolfgang Kapp ist weiterhin Stellvertreter der Leitung. Der bisherige Gesamtleiter der Jugendhilfe Joachim Friz hat die Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde verlassen.

Zu dieser Veränderung kam es, weil unterschiedliche Vorstellungen vom Führungsverhalten der Leitungspersonen nicht miteinander in Einklang gebracht werden konnten. Trotz intensiven Diskutierens und einem persönlichen Ringen war es nicht gelungen, unter den beteiligten Führungskräften eine einvernehmliche Lösung zu erreichen.

Diakonie-Geschäftsführer Veit-Michael Glatzle sagt dazu: „Leider gab es keine Möglichkeit, gemeinsame Schritte in die Zukunft zu gehen. Bei allem Schmerz, den dies für alle Beteiligten bedeutete, wurde die Trennung von Herrn Friz in größtmöglichem Einvernehmen vollzogen. Die Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal dankt Joachim Friz ausdrücklich für seinen langjährigen und engagierten Dienst und wünscht ihm für seine persönliche und berufliche Zukunft alles Gute.“

Joachim Friz hat die Weiterentwicklung des Schutz- und Präventionskonzeptes im Rahmen der Aufarbeitung maßgeblich vorangebracht. Dass sich das Konzept in der Evangelischen Brüdergemeinde und ihrer Diakonie auf verschiedenen Ebenen in der Implementierung befindet, ist auch sein Verdienst. Die Trennung hat keinerlei Bezug zum Aufarbeitungsprozess von Missbrauchsfällen in unseren Kinderheimen.

 

 

Mit der geplanten Neuausrichtung will die Jugendhilfe Korntal den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen begegnen. „Die größten Herausforderungen und Chancen liegen in der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Ihrer fachlichen wie persönlichen Weiterentwicklung, ihrer aktiven Beteiligung an der strukturellen und inhaltlichen Entwicklung unserer Einrichtung als innovatives Sozialunternehmen und in der Mitgestaltung einer partizipativen Führungs- und Unternehmenskultur“, so Veit-Michael Glatzle. „Es ist mir als Geschäftsführer und allen Führungskräften der Jugendhilfe Korntal ein Anliegen, dass die Mitarbeitenden Ihren Dienst motiviert tun und ihre Meinung frei einbringen können und dass wir gemeinsam mit Freude und Engagement erfolgreich die Zukunft unserer Jugendhilfe Korntal gestalten.“

Die neuen Leiterinnen verbindet nicht nur, dass sie vor 21 Jahren genau am selben Tag ihre Arbeit in Korntal begonnen haben. Auch das, was in der Jugendhilfe wichtig ist, sehen sie gleich: Das größte Kapital sind engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Arbeit als Dienst verstehen - für die Kinder und Jugendlichen, die ihnen anbefohlen sind, und für Gott, von dem sie sich in diese Aufgabe gerufen sehen.

Dorothea Winarske

Kommissarische Leiterin der Jugendhilfe seit Sommer 2019

Was bewegt Dorothea Winarske

Als ich vor 21 Jahren nach Korntal kam, konnte ich mir nicht vorstellen, dass man so lange in der Jugendhilfe tätig sein kann. Inzwischen ist Korntal meine zweite Heimat geworden. Zuvor war ich 10 Jahren in der stationären Behindertenhilfe tätig und habe mich zur Heilpädagogin weitergebildet. In dieser Zeit ist mir das Berufsfeld der Jugendhilfe wichtig geworden.

Im Flattichhaus begann ich im Fachdienst mit Teamberatung und heilpädagogischer Förderung. Das hat mir viel Freude gemacht. Dort konnte ich meine Fachkompetenz einbringen und erweitern. Die Kinder und Jugendlichen mit ihren besonderen Lebenserschwernissen lagen mir genauso am Herzen wie die Mitarbeitenden, die es im Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen der jungen Menschen zu unterstützen galt. Mich hat es sehr gefreut, wenn die Kinder stolz sein konnten auf etwas, das sie selbst zustande gebracht hatten - fehlte ihnen doch oft genug die Anerkennung durch andere – oder wenn sie im Spiel ihre zurückgehaltenen Gefühle zum Ausdruck bringen konnten.

2010 wechselte ich in die Erziehungsleitung als stellvertretende Leitung des Flattichhauses. Die pädagogische Arbeit auf eine solide Grundlage zu stellen und weiterzuentwickeln war mir ebenso wichtig wie die Begleitung und Unterstützung der Mitarbeitenden. Als 2013 die Einrichtungen Hoffmannhaus und Flattichhaus zur Jugendhilfe Korntal zusammengelegt wurden, übernahm ich die Leitung des stationären Bereichs. Seit Sommer 2019 bin ich gemeinsam mit Tanja Müllerschön verantwortlich für die Gesamtleitung der Jugendhilfe Korntal.

Jugendhilfe – das betrifft vor allem zwei Personengruppen:

Zum einen die jungen Menschen: Sie stehen im Mittelpunkt all unseres Handelns und Entscheidens. Das ist unser Auftrag.

Zum anderen die Mitarbeitenden: Sie sind das größte Kapital und die wichtigste Voraussetzung dafür, dass unser Auftrag an jungen Menschen Früchte trägt. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass unsere Mitarbeitenden gerne in der Jugendhilfe arbeiten und dass Sie Ihre Arbeit gut tun können. Denn Mitarbeiterorientierung und Fachlichkeit gehen Hand in Hand.

In meiner neuen Verantwortung als Einrichtungsleitung bin ich nicht allein. Ich stehe hier mit Gottes Hilfe. Die Begabung, die er mir gegeben hat, möchte ich einbringen. Seine Gnade ist es, die mich stärkt. Im Alltag der Jugendhilfe ist es immer wieder herausfordernd, Gott und seiner Führung zu vertrauen. Und immer wieder ist es erstaunlich, wie ER wirkt.

Danke, wenn Sie in der Brüdergemeinde Korntal weiterhin für uns und für alle Mitarbeitenden in der Jugendhilfe Korntal beten.

Beruflicher Lebenslauf

Diplom-Pädagogin

1988 bis 1998 stationäre Behindertenhilfe

Weiterbildung zur Heilpädagogin

Ab 1998 Jugendhilfe Korntal

  • Ab 1998 Fachdienst mit Teamberatung und heilpädagogischer Förderung im Flattichhaus
  • Ab 2010 Stellvertr. Erziehungsleitung im Flattichhaus
  • Ab 2013 Leitung stationärer Bereich Flattichhaus und Hoffmannhaus
  • Seit Sommer 2019 Gesamtleitung der Jugendhilfe Korntal

Tanja Müllerschön

Kommissarische Leiterin der Jugendhilfe seit 2019

Was bewegt Tanja Müllerschön

Ich bin Diplom-Pädagogin und seit 21 Jahren beruflich in Korntal beheimatet, zunächst im Flattichhaus und dann in der zusammengeführten Jugendhilfe Korntal. Meine beruflichen Stationen (nach einer Tätigkeit in der stationären Heimerziehung in einer anderen Einrichtung) waren: Tagesgruppe, Erziehungsleitung und Stellvertretung von Sr. Anne Messner im Flattichhaus, Qualitätsentwicklung und nun die kommissarische Leitung der Jugendhilfe Korntal gemeinsam mit Dorothea Winarske.

In der Brüdergemeinde kennen mich wahrscheinlich nur wenige, da ich mit meinem Mann und unseren beiden Kindern in Dettenhausen (zwischen Waldenbuch und Tübingen) wohne. Glauben vor Ort leben ist mir wichtig. Daher bin ich in Dettenhausen in der evangelischen Kirchengemeinde verankert und insbesondere bei der Gestaltung von Gottesdiensten, im Sing-Team und in den letzten sechs Jahren auch als Kirchengemeinderätin aktiv. Dieses Amt werde ich zunächst nicht weiterführen, da ich meinen Teilzeitumfang in den letzten Monaten von 40 % auf 70 % aufgestockt habe, um die anstehenden Aufgaben in der Jugendhilfe anzugehen.

Wichtig ist mir, dass wir uns in der Jugendhilfe Korntal als dienende Gemeinschaft verstehen.

Unser Dienst gilt allen Arbeitsbereichen:

  • den jungen Menschen, für die es diese Einrichtung gibt, damit sie hier wachsen und ihr Leben gestärkt in die Hand nehmen können,
  • uns untereinander, damit wir uns gegenseitig ermutigen und unterstützen, um den Dienst an den jungen Menschen tun zu können,
  • und unserem Schöpfer, der uns Gaben schenkt, um sie im gemeinsamen Dienst einzusetzen.
Beruflicher Lebenslauf

Diplom-Pädagogin

Stationäre Heimerziehung

Seit 1998 Jugendhilfe Korntal

  • Flattichhaus und Hoffmannhaus: Tagesgruppe, Erziehungsleitung und Stellvertretung von Sr. Anne Messner, Qualitätsentwicklung
  • Seit Sommer 2019: kommissarische Leitung der Jugendhilfe Korntal